Advent

 

Advent in der evangelischen Kirche

 
„Die Adventszeit ist in vielfältiger Weise eine Zeit der Erinnerung und der Erwartung, der Bereitung und der Buße“, formuliert Karl Heinrich Bieritzin seiner Einführung in das Proprium de tempore im Evangelischen Gottesdienstbuch und zitiert als Kurzformel für die Erwartungen, die sich auf Jesus Christus richten, die Adventspräfation: „Ihn hast du gesandt als Sohn deines Volkes Israel, den Völkern das Heil zu verkünden, durch ihn erfüllst du alle Verheißungen der Propheten.“
 
 
Der Charakter der vier Adventssonntage wird durch die Wochensprüche bezeichnet.
Erster Sonntag im Advent: „Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.“ (Sach 9,9b EU) Das Evangelium vom Einzug in Jerusalem (Mt 21,1–11 EU) prägt in Verbindung mit Psalm 24 den Sonntag, was sich in einigen Adventsliedern ausdrückt. Der „sanftmütig“ auf einem Esel in Jerusalem einreitende Christus setzt einen für die evangelische Adventszeit wichtigen Akzent. Wochenlieder sind: Nun komm der Heiden Heiland (EG 4) und Wie solli ch dich empfangen (EG 11).
 
Zweiter Sonntag im Advent: „Steht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ (Lk 21,28 EU) Der Wochenspruch ist dem Evangelium Lk 21,25–28 entnommen. Die alttestamentliche Lesung (Jes 63,15 EU –64,3) wird von dem ersten der beiden Wochenlieder aufgenommen: O Heiland, reiß die Himmel auf (EG 7).
 
Dritter Sonntag im Advent: „Bereitet dem HERRN den Weg, denn siehe, der HERR kommt gewaltig.“ (Jes 40,3.10 EU) Im Mittelpunkt steht Johannes der Täufer als Wegbereiter Christi; als Evangelium wird das Benediktus gelesen. Beide Wochenlieder haben einen eher asketischen Charakter: Mit Ernst o Menschenkinder (EG 10) und (EG 16). Die Nacht ist vorgedrungen
 
Vierter Sonntag im Advent: „Freut euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Der Herr ist nahe!“ (Phil 4,4.5b EU) Anders als bei den ersten drei Adventssonntagen scheint hier schon die (Vor-)Freude auf das Christfest durch. Daher kann statt der liturgischen Farbe Violett (1.–3. Advent) bereits Rosa gewählt werden. Das Weiß scheint im Violett der Advents- und Fastenzeit durch. Im Mittelpunkt des 4. Advents steht Maria, die Mutter Jesu. Hier setzt die Perikopenordnung von 2018 einen neuen Akzent, indem als Evangelium Lk 1,26ff. EU, der Besuch des Engels Gabriel bei Maria, gelesen wird. Die Evangelienlesung kann den anschließenden Besuch Marias bei Elisabeth mit einschließen, und anstelle des Psalms kann das Magnifikat treten.